Bartleby Delicate (LUX)

Gute Solo-Künstler und -Künstlerinnen sind nicht neu. Neu ist allerdings, dass man nicht mehr mit Sicherheit sagen kann, ob eine Tash Sultana, ein Thom Yorke oder ein Justin Vernon gerade mit Band auf der Bühne stehen, oder allein.

Bartleby Delicate erscheint auch alleine auf der Bühne – und klingt nach mehr. Das Soloprojekt des Luxemburger Künstler Georges Goerens gewann im Dezember 2018 den Best Upcoming Artist Award in seiner Heimat. Seit 2017 ist er unterwegs, spielte bereits auf dem The Great Escape, dem Reeperbahn Festival und im Vorprogramm von Giant Rooks und Aldous Harding.

Was der Luxemburger Solo Künstler dabei allein an klanglichem Facettenreichtum unter die Zuschauenden mischt, klingt so gar nicht nach Bartleby’s „I would prefer not to“ aus der Kurzgeschichte des amerikanischen Autors Herman Melville. Dieser Bartleby will. Vor allem Musik.

Dass er Songwriting beherrscht, das hat er bereits mit seiner Band Seed to Tree und seinen ersten Veröffentlichungen als Bartleby Delicate bewiesen. Seine Songs bewegen sich zwischen traditionellem Folk und Indietronica, verknüpft mit experimentellen Sounds und literarischen Texten. Dass er dabei nicht stillsteht, zeigt er einmal mehr mit seiner neuen Single Beyond Good and Evil. An Industrial-Rock erinnernde Klänge eröffnen den Song, schnell durchbrochen von einem rostig-dissonanten Riff und einer Stimme, die ein Anliegen hat. „It’s true I lied“, singt Bartleby Delicate und es hört sich an, als hätte das Ich des Songs nie eine andere Möglichkeit für ein ‚Wir‘ jenseits von Gut und Böse gesehen, das nicht auf einem Luftschloss aus Lügen gebaut ist. Der Song wirft Fragen auf, Fragen, denen Menschen durch das Leben lieber ausweichen – erst recht, wenn man die Möglichkeit hat, der Welt in die vertraute Zweisamkeit zu entfliehen. Dass das irgendwann schiefgehen muss, das spürt man bei Bartlebys neuer Single.

Scheinen die Singles der Debut EP A Little Less Home Now und Pame Mia Volta melancholische, doch hoffnungsvolle Ausschnitte des Lebens nachzuzeichnen, tun sich hier menschliche Abgründe auf. Abgründe, die täglich auf den Bildschirmen erscheinen, an denen man lieber mit geschlossenen Augen vorbeigeht. Auf jeden Fall Abgründe, in die es sich lohnt hineinzuhören.


In Bälde wird Bartleby Delicate auch eine schöne Tour in Deutschland spielen:
04.05. Cafe Momo – Trier (DE)
05.05. Klimperstube – Freiburg (DE)
07.05. Schlosskeller – Darmstadt (DE)
10.05. Kassettendeck – Mainz (DE)
11.05. Pöge Haus – Leipzig (DE)
12.50. Tau – Bremen (DE)

Präsentiert von Soundkartell.


Weblink: https://www.facebook.com/Bartlebydelicate/

Bildquellen

  • ©: Noemie Koppe